06. Februar 2012

Dietzenbach: Streit über Blitzer

 Von Christoph Manus

Zwei alte Starenkästen sollen hängenbleiben, die anderen werden verkauft

So viele Blitzer gab es wohl noch nie in Dietzenbach. Neun hohe Säulen hat die Stadt für eine halbe Million Euro seit Sommer vergangenen Jahres postiert, je drei an der Vélizystraße, an der Offenbacher Straße und an der Kreuzung der Kreisquerverbindung mit der Offenbach Straße. Dazu kommen sieben alte Starenkästen, die allerdings nicht mehr in Betrieb sind, weil die Stadt keine Filme mehr für sie besitzt.

Das Stadtparlament hat die Verwaltung nun mit breiter Mehrheit aufgefordert, alle alten Blitzgeräte bis auf die an der Dreieichstraße und an der Darmstädter Straße abzuhängen. Nur die CDU lehnte den Änderungsantrag der Kooperation von SPD, Grüner Dietzenbacher Liste und WIR-Bürger für Dietzenbach (BfD) ab.

Die Kreisstadt werde schon ständig Blitzerhauptstadt und Blitzerbach genannt, sagte CDU-Fraktionschef Helmut Butterweck. „Wir sollten unser Stadtbild nicht noch mehr verunstalten, in dem wir diese zwei Blitzer stehen lassen.“

Sein Fraktionskollege Manuel Salomon sprach von Blitzanlagen „nach dem Prinzip Vogelscheuche“. „Wir lassen ein Stück Metall stehen, was wir alternativ zu Geld machen könnten“, sagte er. Die Stadt hatte mitgeteilt, dass eine Kommune Interesse habe, die Geräte für 10000 Euro zu kaufen.

Kritik an den Kosten

BfD-Fraktionschef Harald Nalbach sagte, man könne ja überlegen, ob man die zwei Starenkästen, die aus Sicherheitsgründen bleiben sollten, mit digitalen Einschüben reaktiviere. Er kritisierte die Kosten für die Blitzsäulen. Das Stadtparlament habe deren Kauf nie beschlossen, andere Kommunen arbeiteten zudem weiter mit der alten Technik.

„Wir haben wahrscheinlich das Teuerste geholt, was es gibt am Markt“, sagte Nalbach. Auch bei den Standorten habe sich die Stadt nicht an die Vorgaben des Stadtparlaments gehalten. Cengiz Hendek (SPD) sagte, es mache ihn nachdenklich, dass andere Städte die angeblich nicht mehr brauchbaren Starenkästen haben wollten.

Mangelnde Transparenz warf sein Fraktionskollege Filippos Kourtoglou der Stadt vor. Nach seiner Ansicht hätten die Bürger in einer Versammlung über die Aufstellung informiert werden und über deren Standorte miteinscheiden müssen.

Er erinnerte zudem an die „Knöllchenaffäre“ – eine stadtinterne Aufforderung, 400 Strafzettel pro Woche zu verteilen. Diese sei rufschädigend gewesen.